Sich selbst therapieren

Kann man sich selbst therapieren (der eigene Psychologe sein)?

J. Waldweiss

13. Mai 2019

Jan Waldweiss

Wer jemals versucht hat, sich selbst zu therapieren, um geduldiger oder zuverlässiger zu werden, um mehr auf seine Gesundheit zu achten oder öfter "nein" sagen zu können, der wird vielleicht die Erfahrung gemacht haben, dass das nicht immer einfach ist.

Der Wunsch, sich von ungewollten Denk- und Verhaltensmustern zu befreien oder einfach nur nach Selbstverbesserung zu streben, ist ein sehr alter. Neuere Untersuchungen zeigen Interessantes: Die reinweg "Positiv-Denken-Strategie" ist weniger wirksam, als oft gedacht wurde.

Psychologen der Uni Hamburg und der New York University untersuchten, wie sich positives Denken auf das Erreichen individueller Vorhaben auswirken kann. Dabei entdeckte man die Tendenz, dass gerade bei schwierigen Zielen nötige Anstrengungen untergraben werden, wenn man reinweg auf positives Denken baut. Der bessere Weg?

Wer sich gewünschte Veränderungen und deren positive Effekte nicht nur vorstellt, sondern sich auch mit möglichen Hindernissen und deren Überwindung konfrontiert, erreicht signifikant öfter sein Ziel, so die Psychologen. Die WOOP-Methode ist dafür prädestiniert. Doch was ist, wenn wir das Leben hinterfragen und uns selbst besser verstehen wollen?

Hier einige Anregungen und Empfehlungen:

BÜCHERTIPPS: Ausbruch zur inneren Freiheit (Peter Lauster), Gesundheit durch Meditation (Jon Kabat Zinn), Selbstbemeisterung durch bewusste Autosuggestion (Emile Coué), Die Kraft der Gegenwart (Eckhart Tolle)
GEDICHTE: Selbstliebe (Charlie Chaplin), Die Wälder schweigen (Erich Kästner)
ZITATE: "Der weiseste aller Ratgeber: Die Zeit." Perikles

Der eigene Psychologe sein: Nichts ist undenkbar

Trotz zahlreicher Ratgeber und Lebensweisheiten gibt es Gründe, weshalb Psychologen lange Wartelisten haben. Das Risiko, sich selbst zu therapieren, liegt im Verzicht auf fachmännische Beurteilungen sowie bewährte Therapie-Effekte. Wer gewünschte Denk- und Verhaltensänderungen mithilfe von Büchern, Meditation, Selbstreflexion und Mut zum Handeln dennoch ganz "allein" erreicht, kann stolz auf sich sein, wie jener, der sich überwindet, Hilfe anzunehmen.

Quellen: "Die Techniker - Das Magazin 2019"

Produkttipp: In Sachen Selbsttherapie sind Silent Subliminals ungewöhnlich wirksam.

2 Kommentare

Karlito
Karlito

22. Mai 2019 (17:51 Uhr)

Der Artikel ist echt nice! .. übrigens, Eckhart Tolle kann ich nur empfehlen. Sehr passend, die Buchempfehlung hier zu sehen :-)

darkmatter69
darkmatter69

25. Mai 2019 (21:08 Uhr)

Von Wollen und Denken wird nur selten was! Meine Erfahrung.

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